Von der Ankunft bis zur Abfahrt ...

Das Schiff sollte ja mehr oder weniger startklar sein, die Werft hatte ausreichend Zeit die beauftragten Arbeiten (Installation eines Windgenerators sowie eines Solarpanels oder einer Heckdusche) fertigzustellen und wir sollten uns lediglich gemütlich einrichten müssen.

Nun ja, das mit dem gemütlich einrichten dauerte etwas, da wir natürlich überhaupt keinen Plan hatten, wie wir die 3 Wagenlieferungen an Bord verstauen sollten. Nicht nur irgendwie, sondern sondern so, dass wir auch wieder etwas finden. Das dauerte einige Tage und wir haben einen regen Pendeldienst zwischen Auto und Schiff eingerichtet. Am Ende war dann das Auto fast gleich voll, wie bei der Ankunft, da sich herausgestellt hat, dass wir einige mitgebrachte oder bereits an Bord befindliche Dinge vielleicht doch nicht brauchen werden oder einfach keinen Platz dafür haben werden. Es fühlte sich nach getaner Arbeite aber schon sehr nach unserem langfristigen Zuhause an, was wir uns hier eingerichtet hatten.

 

Dann war da noch die Sache mit dem (Ab)Wasser. ... Das Boot verfügt über 2 getrennte Trinkwassertanks und einen Fäkalientank (für die Toilette). Die Druckwasserpumpe für das Trinkwasser lief ständig, es kam aber kaum Wasser aus den Wasserhähnen. Bei Näherem Nachsehen dann das böse Erwachen: Die Bilge (Anm.: Der Bereich unter den Bodenbrettern) war voller Wasser, was natürlich nicht sein darf. Später kam noch dazu, dass das Wasser übel roch ... Um es kurz zu machen: Bei der Installation der Decksdusche hat die Werft - da ja das Boot bereits in der Halle war - keine Inbetriebnahme mit Test vornehmen können und waren die Abzweigungen nicht dicht. Das merkte ich, als ich dabei war, das gesamte Schiff zu zerlegen, um die Ursache für das Problem zu ermitteln. Dann kam noch dazu, dass der Fäkalientank randvoll war, obwohl die (letztlich defekte) Füllstandsanzeige einen leeren Tank vorgaukelte. Durch unsere Benutzung der Bordtoilette lief also auch noch der Fäkalientank über. Das Ergebnis war ein nicht besonders guter Tag, den ich damit verbringen durfte, mühsam wieder das Schmutzwasser aus dem Schiff zu entfernen. Zum Glück hatte ich eine Vakuumpumpe zum Ölwechseln dabei, die half enorm ...

Dann schien es auch noch so, dass lt. Anzeige weder das Solarpanel noch der Windgenerator Strom liefern. Hier stellte sich aber heraus, dass bloß die Verkabelung durch die Werft nicht korrekt gemacht wurde und dies hat ein freundlicher Mitarbeiter derselben dann mitsamt der Reparatur der Wasserleitung rasch erledigt.

 

Bei der Windsteueranlage (Autopilot, der keinen Strom braucht und nur mit der eingestellten Richtung einer Windfahne zum aktuellen Wind arbeitet) hat die Werft eine erbärmliche Montage vorgenommen, die eine Funktion der Anlage ausgeschlossen hat. Also sind wir erneut zum Hersteller (Herr Förthmann in Hamburg) gefahren, haben uns einen passenden Adapter besorgt und die Anlage selbst umgebaut, sodass sie auch funktionieren wird.

 

Ach ja, das Funkgerät sowie das AIS (Automatisches Identifikationssystem, damit man Schiffe rundum erkennen kann und von diesen auch selbst gesehen wird) mussten in einem Fachgeschäft in Kiel noch die persönliche Registrierungsnummer (MMSI), die wir per Bescheid von der österreichischen Fernmeldebehörde zuvor zuerkannt bekommen haben, umprogrammieren lassen.

Und die Miss U II musste natürlich auch noch zeremoniell (leider mit einem sagenhaft schlechten Prosecco) umgetauft und vom alten Namen (Baronesse) befreit und mit dem neuen Namen beklebt werden.

 

Nach knapp 2 Wochen wären wir dann aber tatsächlich aufbruchsbereit gewesen.

 

Da war aber noch das Wetter ... Bei unserer Ankunft erlebten wir den letzten Tag der enormen Hitzewelle (auch hier im Norden) und ab dann ging es eigentlich nur bergab mit den Temperaturen und steil bergauf mit dem Wind. Letztlich hat es derartig gestürmt, dass in den ersten beiden Wochen nach Einzug an ein Rausfahren nicht zu denken war. Die Wartezeit haben wir aber - siehe oben - mit Arbeiten, aber auch schönen Ausflügen nach Hamburg, Kiel, Laboe, Lütjenburg, Travemünde und Lübeck gut nutzen können und haben doch auch einige sehr gute Eindrücke von diesem Teil Deutschlands mitnehmen können. Die Einrichtungen (Duschen, Toiletten, Waschmaschinen ...) der Marina Heiligenhafen waren übrigens phänomenal gut, wir hätten keinen besseren Platz finden können.