Wie wars denn so in Albanien?/What about Albania?

In unserer Vorstellung war der nicht ganz 200 sm lange Küstenstreifen immer grau und voller Tristesse. Montenegros Küste eignete sich hervorragend um diese Bilder weiter zu verfestigen. Bis vor Vlore sollte alles sehr seicht sein und viele Flussarme ins Meer münden, folglich hatte ich die Vorstellung, das Wasser dort braun, grau oder so sein wird. Die Menschen dort müssten dann sicher mürrisch und verhärmt sein ...

 

 

Our anticipation for Albania was something like a 200 sm long strip of coastline full of greyish color and tristesse. The coast of Montenegro served as perfect basis to strengthen such pictures. Up to the town of Vlore the waters whould be rather shallow with lots of rivers feeding the sea. Consequently we assumed the colo of the sea to be grey or brown. The people living in these areas must therefore be grumpy and desparated ...

Statt dessen waren wir tagelang nur in herrlichstem türkisen Wasser unterwegs. Man hatte bei der Fahrt der Küste entlang den Eindruck man würde eine große Bucht nach der anderen queren.

 

But compoletely the different was the case. We travelled days and days to turquoise waters with a feeling to cross one large bay after the other!

 

Etwas befremdlich die kostspielige Einklariererei in jedem Hafen. 50 Euro und mehr erden uns für das Abmalen unserer Dokumente (wir hatten oft den Eindruck die Agenten haben keine Ahnung von dem was sie fragen) abgedrückt, Strom oder Wasser die Ausnahme, statt dessen abgeriegelte Hafenareale und Bewachung durch die Polizei. Die Aufmerksamkeit durch die Obrigkeit war in Albanien eine ganz Spezielle. In Durres besuchten uns mehrmals schweigsame ältere Herren in Zivil und am Fahrrad nur um ein Foto unseres Schiffes zu machen oder den Namen abzuschreiben. Der Kauf einer Internetkarte in einem Vodafone-Shop in Shengjin dauerte deshalb fast 40 Minuten, da 2 Formulare dafür ausgefüllt, ein Reisepass fotografiert und mehrere Telefonate der Verkäuferin dafür erforderlich waren. Wir gehen jetzt einmal davon aus, dass der Skipper ab diesem Zeitpunkt als potenziell gefährliche Person amtsbekannt ist …;-)

 

Somehow anoying were the strage immigration procedures being mandatory in each and every port we entered. 50 Euros and more were demanded for making hand-written copies of our documents (many times we had the impressions that the agents who were already waiting for us, did not have any clue what they were doing). Electricity and water was almost never provided in the ports we anchored, restricted areas in commercial ports were in most cases our destinations and permanent control by police usual. The attention by public authorities was a special topic in Albania. In Durres we were visited repeatedly by elder men on bycicles making photographs of our boat or just writing down its name. The purchase of a mobile internet-card in a vodafone-shop in Shengjin lasted 40 minutes mainly because 2 forms needed to be filled in, a passport photographed and a couple of calls to be made by the Vodafone-lady. We do assume that the skipper is now recorded in Albania as potentially dangerous individual …;-)

 

Manchmal kamen wir uns vor wie in Teilen der Karibik, herrlichstes türkises Wasser, kein oder wenn dann ein überteuerter Service, freundliche Menschen, vielleicht nicht ganz so exotisch. In den Restaurants meist mehr Personal wie Gäste, ein Preisniveau etwas niedriger wie in Österreich, das durchschnittliche Gehalt des Bedienpersonls 150 Euro. Den Wunsch im Ausland sein Glück zu versuchen können wir bei den wirklich motivierten freundlichen Menschen gut nachvollziehen.

 

In some places we felt like in the Carribean, fantastic tourqoise water, no or extra expensive service, friendly people but maybe not that exotic. In the restaurants we used for dining you could see more staff than guests, a price level slightly lower than in Austria in a country with an average monthly income of restaurant staff of EUR 150.

 

Ab der Höhe von Vlore wieder Blauwasser, von Durres weg ist uns die Fahrt bis zur einzigen Marina des Laandes in Orikum zu weit, sodass wir beschließen in einer Bucht etwas außerhalb zu übernachten. Kaum ist der Anker gefallen fällt die erste Böe über uns her. Der Windmesser zeigt schnell über 38 kn, aber nachdem das Wasser neben uns zu fliegen anfängt und das Schiff nur mit dem Rigg stark krängt muss es wohl deutlich mehr Wind sein. Über 5 Stunden dauert der Spuk bei steigendem Baro und Wetterleuchten.

 

As from Vlore southwards the color of the water changed again to dark-blue. We decided to anchor in a bay close to the only marina of Albania in the village of Orikum. Just after having arrived there the wind increased out of a sudden and with no external signs for such rapid change to gale-force. and remains like that for more than 5 hours with increasing air pressure and lightning from the distance. Luckily our anchor kept us on the spot …

 

Von Nord bis Süd begleiten uns auch immer die Überreste des militärischen Küstenschutzes des früheren kommunistischen Regimes unter Enver Hoxha. Besonders eigenartig wirken die unzähligen runden Ein-Mann-Bunker.

 

From north to south we are accompanied by the remains of military defense buildings of the old communist regime of Enwer Hoxha. In particular the innumerour one-man-bunkers had a very strange appearance.

 

Die nächsten 4 Tage verbringen wir in der Marina Orikom, eingeweht. Ein paar Yachten kommen noch von Norden her an, dürfen in Vlore aber nicht mehr in den Hafen, zuviel Wind dafür nette Gesprächspartner.

 

The next days we are spending in the Marina Orikum, too much wind to continue to the south. Some more sailing yachts are also arriving in the marina since they were not allowed to approach nearby port of Vlore due to the weather situation. Some very nice chats with other sailers were the result of this stay.

 

Dann der Aufbruch Richtung Sarande, zu weit für eine Tagesetappe, sodass wir beschließen in der Palermo Bay an einem alten Militärsteg festzumachen. Kaum haben wir Leinen an Land kommt schon die Polizei und verjagt uns, ich bin fast froh drüber, hätte hier nicht übernachten wollen.

Ein paar Seemeilen weiter dann schöne große Bucht in der wir eine ruhige Nacht verbringen.

Korfu ist schon die ganze Zeit zu sehen und wir merken, dass wir doch froh sind bald wieder in der EU mit den uns bekannten Regeln zu sein.

 

What came next was heading towards Sarande which we did not want to make in one turn. Consequently we planned to anchor in Palermo Bay on an old and high concrete pier formerly used by the Albanian Navy. Soon after having found our (not too good) place there we were expelled by the police. No problem, so we anchored in the next bay around the corner and had a pleasant night there. Already since a while Corfu can be clearly seen and we are so much looking forward to return to an EU country with rules being familiar to us.

 

Sarande entpuppt sich als die Überraschung schlechthin, funktionierender Service, florierender Fremdenverkehr, die Stadt speziell aber schön. Am selben Tag fahren wir noch mit dem Bus zu den historischen Ausgrabungen nach Butrint (ein Danke für den Tipp an den Segler aus Bremen). Was für ein magischer Ort, den die Natur langsam zurück erobert. Phönizier, Römer, Venezianer, Türken und auch die Österreicher haben hier an diesem Meeresarm ihre Spuren hinterlassen. Teilweise sind wir die einzigen Menschen auf dem riesigen Areal. Auch die Busfahrt hin und zurück ist ein Erlebnis, gut zu wissen, dass die ausrangierten Busse aus Deutschland hier noch Verwendung finden, alles ist in Deutsch angeschrieben.

 

Sarande was quite a positive surprise. Service was ok, tourism almost comparable with Greece and the town itself was ok as such. On the day of our arrival we took the coach to the nearby archeological site of Butrint. A phantastic place with a history exceeding 2000 years involving the Phoenicians, Romans, Venetians, Turks and even Austrians. To a large extent we are the only visitors of this huge site. The bus trips there and back were also rather interesting as such. Good to see that the old buses which can never be used any longer in Germany are still operated here.

 

Wir beschließen unseren Aufenthalt noch ein paar Stunden zu verlängern und die letzten Lek im Gemüsemarkt auf den Kopf zu hauen. Ein Riesenangebot an Kräutern, Obst, Gemüse, Honig, Olivenöl und anderen Leckereien erwartet uns. Das Olivenöl das wir erstehen ist blumig und mild, wir probieren verschiedene Honigsorten die in Pet-Flaschen abgefüllt sind, Kastanien- Kräuter, Orangenblütenaromen schmelzen süß auf unseren Zungen. Teilweise kann man uns nur in Naturalien rausgeben, beliebte Währung Tomaten.

 

We decide to extend our stay in Sarande for some additional hours and spent our last „Leks“ in the fruit and vegetable market. An impressive choice of different herbs, fruits, vegetables, honey, olive oil … was awaiting us there. We buy some olive oil which is flowery and mild and try some delicious chestnut and orange blossom honey which is filled in 1 ½ liter plastic bottles. Changs is partly given in vegetables, tomatos were our preferred currency …

 

Gegen Mittag brechen wir dann auf, bevor uns die nächste Fähre zuparkt. Ein paar Stunden später legen wir in der Marina Gouvia an. Excessiv Shower, griechisches Essen, Retsina, absolut unkompliziertes inklarieren.

 

Towards noon wir are leaving Sarande before the next ferry is going to lock us in. Some hours later we arrive in the marina of Gouvia close to the town of Corfu. Excessive showers, Greek dinner, Retisina wine and absolutely uncomplicated check in.

 

 

Insgesamt kann man zu Albanien durchaus resümieren, dass dieses Land in Sachen Tourismus vor allem aufgrund seiner unglaublich schönen Landschaft sowie der positiven Einstellung insbesondere der jungen Albaner ein großes Potential aufzuweisen hat, den Umgang mit Seglern ist man allerdings noch nicht gewohnt und speziell die schwer nachvollziehbare Bürokratie erscheint etwas störend sowie die in Teilen der von uns besuchten Orte noch etwas lückenhafte Verfügbarkeit grundsätzlicher Infrastruktur wie Elektrizität hat auch noch Aufholbedarf. Bedenken wegen mangelnder Sicherheit hatten wir jedoch auch nicht am wildesten Ort unserer Reise entlang der Küste der Skipetaren!

 

How to summarize our couple of days in the waters in Albania? This country has a reasonable potential for tourisms in particular due to its lovely nature as well as the positive approach of the (in particular you) Albanians. Dealing with sailors visiting Albania requires some massive efforts in particular from the public sector since the overwhelming and strange kind of bureaucracy is quite a barrier for extensive stays in Albania. Supply of basic infrastructure like electricity is also not available in all regions we visited. One of the many upsides of Albania was that we never were concerned about our personal security, even not in the wildest regions of our short trip to the Skipetarians!